Heizkostenverteiler Teil 1 – Verdunster

Heizkosten werden sowohl nach Verbrauch als auch in Abhängigkeit von der Wohnungsgröße als Betriebskosten umgelegt. Der Anteil des Verbrauchs muss dabei mindestens 50 und höchstens 70 Prozent betragen. Der Vermieter kann innerhalb einer Spanne von 50/50 (Verbrauch/Fläche) bis 70/30 das Verhältnis frei wählen. Damit der Verbrauch – also wie viel jemand heizt – gemessen werden kann, werden sogenannte Heizkostenverteiler an den Heizungen der meisten Wohnungen angebracht.

Es gibt technisch drei Möglichkeiten, den Heizverbrauch zu ermitteln: mit einem Verdunster, einem elektronischen Heizkostenverteiler oder einem Wärmezähler. Die Verdunster sind die älteste Technologie zur Messung des Heizverbrauchs, die Wärmezähler die modernste und genaueste. Bei jeder Geräteart gibt es verschiedene Dinge bei der Anbringung, Messung und Ablesung der Werte zu beachten.

Heizverbrauchsmessung mit Verdunstern als Heizkostenverteilern

Verdunstungsgeräte funktionieren nach dem Prinzip, das der Name suggeriert. Sie bestehen hauptsächlich aus einem Röhrchen mit einer speziellen Flüssigkeit, die abhängig davon, wie stark und wie lange geheizt wird, verdunstet. Auf dem Röhrchen ist eine Strich-Skala angebracht, die nach unten hin immer enger wird. Denn die Verdunstung erfolgt nicht linear, sondern kurvenförmig. Das heißt, dass nicht mit steigender Temperatur in gleichem Maße mehr Flüssigkeit verdunstet, sondern dass ab einem besonders niedrigen Flüssigkeitsstand die Flüssigkeit langsamer verdunstet. Damit der Verbrauch trotzdem richtig gemessen werden kann, wird der Abstand zwischen den Strichen auf der Skala nach unten hin enger.

Einen weiteren Ausgleich bildet die Kaltverdunstungsvorgabe. Denn die Flüssigkeit im Heizkostenverteiler verdunstet auch während der Sommermonate, wenn gar nicht geheizt wird. Um zu verhindern, dass die Ablesewerte verfälscht werden und der Mieter für Heizkosten zahlt, die er gar nicht verursacht hat, wird das Röhrchen überbefüllt. Ein Verdunster ist auf ein Jahr Betrieb ausgelegt. Die Röhrchen werden jährlich ausgetauscht und haben jeweils unterschiedliche Farben. Mieter sollten also darauf achten, dass erstens das Röhrchen nach einem Austausch eine neue Farbe hat und außerdem noch etwas mehr Flüssigkeit enthält als die Skala hoch ist.

Dadurch, dass die Flüssigkeit in dieser Art von Heizkostenverteiler auch durch Einfluss von anderen Wärmequellen verdunstet, ist sie für bestimmte Heizungstypen ungeeignet. Dazu gehören zum Beispiel Fußbodenheizungen, Heizkörper mit Gebläse und Deckenstrahlheizungen. Für die Heizkörper, für die ein Verdunstungsgerät geeignet ist, kann die Skala je nach Typ variieren. Dann spricht man von einer Produktskala. Produktskalen sind je nach Größe und Wärmeverteilung des Heizkörpers an diesen angepasst.

Die richtige Montage des Verdunsters ist wichtig

Heizkostenverteiler müssen in vertikaler Ausrichtung immer in einer Höhe von 75 Prozent der Höhe des Heizkörpers und in horizontaler Ausrichtung mittig angebracht sein. Bei Sonderformen wie etwa Handtuchheizungen, besonders niedrigen Heizkörpern oder Heizungen mit besonderer Wasserführung muss auf eine entsprechende Anpassung des Montageortes geachtet werden, damit das Gerät richtig messen kann. Bei sehr langen Heizkörpern braucht man unter Umständen zwei Heizkostenverteiler. Die Montagehöhe von 75 Prozent wurde gewählt, weil das warme Wasser in der Regel von oben in die Heizung einströmt und deswegen das obere Drittel des Heizkörpers den Normalzustand des Heizverhaltens widerspiegelt.

Abgelesen werden sollte bei einem Verdunster immer nur dann, wenn die Heizung abgekühlt ist. Denn im warmen Zustand dehnt sich die Flüssigkeit im Verdunster aus und zeigt so einen geringeren Verbrauch an. Außerdem ist die Oberfläche der Flüssigkeit gewölbt. Deswegen sollte immer am untersten Punkt der Oberfläche und auf Augenhöhe abgelesen werden. Unter Umständen wird das Ableseergebnis sonst um einen ganzen Strich verfälscht.

Ein falscher Verbrauch kann auch angezeigt werden, wenn um das Verdunstungsgerät herum ein sogenannter Wärmestau entsteht. Das passiert, wenn die Heizung etwa durch schwere Gardinen verhängt oder mit Möbeln zugestellt ist. Die Flüssigkeit im Röhrchen verdunstet dann schneller und der Mieter zahlt am Ende einen höheren Verbrauch als er müsste.

Wird bei einem Heizkostenverteiler falsch abgelesen, wurde er falsch montiert oder an einem ungeeigneten Heizkörper angebracht, so kann für die Heizkostenabrechnung kein korrekter Verbrauch mehr ermittelt werden. Die Heizkosten müssen dann komplett nach Wohnfläche umgelegt werden, was unter Umständen nicht den tatsächlichen Verbrauch des Mieters widerspiegelt. Deswegen erhält der Mieter in solchen Fällen ein Kürzungsrecht nach § 12 Abs. 1 der Heizkostenverordnung. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Heizungsanlage modernisiert wurde und die Verdunster sich nicht mehr für die Messung des Heizverbrauches eignen.