Grundsteuer

Mit der Grundsteuer besteuern Gemeinden jährlich die betrieblich oder forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke. Diese Steuer soll die Aufgaben der Gemeinden finanzieren und ist damit neben der Gewerbesteuer für die Gemeinden eine der wichtigsten Einnahmen. Da die Grundsteuer den Gemeinden zufließt, handelt es sich um eine Gemeindesteuer. Diese Steuer ist außerdem eine Realsteuer, welche sich also nicht nach dem Vermögen einer echten oder juristischen Person richtet, sondern nach dem Objektwert, unerheblich, ob es einen Gewinn erbringt. Unter bestimmten Bedingungen kann die Grundsteuer in die Betriebskostenabrechnung aufgenommen werden (siehe unten).

Berechnung

Die Grundsteuer für forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke wird mit A und für bebaute bzw. bewohnte Grundstücke mit B bezeichnet.
Bemessen wird die Steuer an dem Wert des Grundstücks, auch Einheitswertfeststellung genannt, multipliziert mit der Steuermesszahl, welche sich nach der Art der Bebauung bzw. Nutzung richtet.
Für Grundstücke mit forst- oder landwirtschaftlicher Bewirtschaftung ist eine einheitliche Steuermesszahl von 6,0‰ festgelegt.
Bei Grundstücken der Art B unterscheidet sich die Steuermesszahl in folgende Werte:

  • 2,6‰ für Einfamilienhäuser (bis 38346 Euro Einheitswert, danach 3,5‰)
  • 3,1‰ für Zweifamilienhäuser
  • 3,5‰ für sonstige Immobilien

Die generelle Formel lautet daher:

Einheitswert (Grundstückswert inkl. Bebauung) x Steuermesszahl = Grundsteuermessbetrag.

Die tatsächliche Steuerlast ergibt sich dabei über den von Gemeinde zu Gemeinde anders festgelegten Hebesatz, dadurch kann die Grundsteuer trotz gleichem Grundstückswert in verschiedenen Gemeinden unterschiedlich hoch ausfallen.

Alter und Größe des Gebäudes sind bei der Höhe der Grundsteuer ebenfalls Einflussfaktoren, denn je größer das Gebäude ist, desto höher wird im Normalfall die Grundsteuer ausfallen. Bei älteren Gebäuden sinkt dagegen die Grundsteuer tendenziell.

Aufkommen

Das Aufkommen der Grundsteuer setzte sich im Jahr 2012 wie folgt zusammen:

Bundesland

Aufkommen Grundsteuer A in €

Aufkommen Grundsteuer B in €

Durchschnittlicher Hebesatz

Baden-Württemberg

45.917.377

1.566.570.511

376%

Bayern

83.209.507

1603341845

379%

Berlin

66.593

756.677.328

810%

Brandenburg

13.548.194

237.122.549

379%

Bremen

202.651

157.877.019

572%

Hamburg

772.802

425.477.985

540%

Hessen

17.896.117

790.047.236

333%

Mecklenburg-Vorpommern

14.288.661

152.413.161

371%

Niedersachsen

6.826.741

1.184.138.059

388%

Nordrhein-Westfalen

40.108.997

2.883.194.979

444%

Rheinland-Pfalz

18.839.497

488.004.733

343%

Saarland

1.317.854

114.626.537

347%

Sachsen

14.210.000

462.736.000

450%

Sachsen-Anhalt

22.571.114

211.993.379

380%

Schleswig-Holstein

20.940.046

370.884.064

336%

Thüringen

11.065.119

201.668.132

346%

Deutschland

Gesamt 373.221.939

Gesamt 11.606.773.517

410%

Beispielrechnung

Für unser Berechnungsbeispiel nehmen wir ein Grundstück mit einem Zweifamilienhaus in der Gemeinde Berlin, welches mit einem Gesamtwert in Höhe von 35000 Euro festgelegt ist.

Zuerst multiplizieren wir den Gesamtwert des Objekts mit der dafür vorgesehenen Steuermesszahl von 3,1‰:

35000 * 0,0035 = 122,50

So erhalten wir einen Grundsteuermessbetrag von 122,50 Euro. Anschließend rechnen wir noch den in Berlin üblichen Hebesatz von 810% an:

122,50 * 8,1 = 992.25 Euro

somit ergibt sich also eine Grundsteuerlast von 992.25 Euro im Jahr bzw. 82,69 Euro im Monat.

Umlegung auf den Mieter

Grundsteuern können laut Betriebskostenverordnung anteilig umgelegt werden, sofern darüber eine konkrete und ausdrückliche Vereinbarung im Mietvertrag getroffen wurde. Für Gebäude, die gewerblich und privat genutzt werden, muss die Grundsteuer separiert werden. Denn die Grundsteuer für Gewerbeeinheiten fällt höher aus als die von Wohnung in privater Nutzung. Bei Grundsteuernachzahlungen darf der Vermieter vom Mieter den anteiligen Betrag einfordern, sollte es zu einer Grundsteuerrückzahlung kommen, muss der Vermieter dem Mieter anteilig diese erstatten.