Fehlerhafte Gewerbeabrechnungen: Apotheken zahlen im Schnitt über 1.000 Euro zu viel an Nebenkosten

  • Mineko prüft die Richtigkeit von gewerblichen Nebenkostenabrechnungen
  • 92 Prozent der Abrechnungen für Apotheken sind fehlerhaft
  • Kostenpunkte oftmals fälschlicherweise umgelegt
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Berlin, 01. April 2020 – Aufgrund falsch berechneter Nebenkosten verlieren Apotheken unbemerkt viel Geld. Für sie lohnt sich ein genauerer Blick auf die erhaltenen Abrechnungen. Einer Analyse von über 100 Fällen durch den Mietrechtsexperten Mineko (www.mineko.de) zufolge sind 92 Prozent der Nebenkostenabrechnungen für Apotheken fehlerhaft und fallen um durchschnittlich rund 1.180 Euro zu hoch aus. Die Prop- und Legaltech-Plattform hat insgesamt über 1.200 gewerbliche Nebenkostenabrechnungen aus den Bereichen Apotheke, Praxis, Büro, Gastronomie und Verkauf auf ihre Richtigkeit überprüft.

Falsch abgerechnete Posten treiben Nebenkosten in die Höhe 

In vielen Gewerbeabrechnungen sind Kostenpositionen angegeben, deren Umlegung zuvor nicht vertraglich oder aber unbestimmt vereinbart worden ist. Hierzu gehören vor allem sonstige Betriebskosten wie die Wartung von sämtlichen technischen Anlagen eines Gebäudes. Oft werden auch unkonkrete Kostenpositionen abgerechnet, die die Wartung zweier technischer Anlagen beinhalten, aber nicht spezifisch voneinander getrennt worden sind. Die Wartung von Feuerlöschern kann z.B. nach Vereinbarung grundsätzlich umlegbar sein, die Wartung von Wandhydranten hingegen, sofern nicht konkret vereinbart, nicht. Vermieter vermischen also technischen Anlagen und die daran getätigten, gegebenenfalls nur teilweise umlegbaren Arbeiten häufig miteinander. 

Die finanzielle Umlegung dieser vom Vermieter vorgenommenen Maßnahmen auf den gewerblichen Mieter schlägt demnach mit hohen Kosten zu Buche. Apotheken sollten ihre erhaltenen Nebenkostenabrechnungen daher präzise auf die angegebenen Posten überprüfen lassen. Mineko bewertet auf Grundlage aktueller Rechtsprechung die Umlagefähigkeit einzelner vereinbarter oder unkonkret vereinbarter Betriebskosten

Fallstudie: Gronauer Apotheke wird 1.936,15 Euro zu viel berechnet

Zu den von fehlerhaften Abrechnungen betroffenen Apotheken zählt auch eine 155 Quadratmeter große Filiale im nordrhein-westfälischen Gronau. In diesem Fall wurde bei der Berechnung der Kosten für Bio- und Restmüll sowie Kalt- und Abwasser der Verteilerschlüssel falsch ausgewählt bzw. angewandt.

Außerdem hat der Vermieter die Betriebskosten für die Straßenreinigung, den Hausmeister, den Schornsteinfeger, die Gebäudeversicherung, den Kabelanschluss, den Allgemeinstrom, die Grundsteuer sowie die Gebäudehaftpflicht ohne Vertragsgrundlage fälschlicherweise umgelegt. Bei der Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2018 wurden somit 1.936,15 Euro zu viel von der Apotheke verlangt. 

Chris Möller, Gründer und Geschäftsführer von Mineko, sagt:
“Apotheken, die Gebäudeflächen anmieten, verlieren jedes Jahr unbemerkt Tausende Euro aufgrund von Fehlern in Nebenkostenabrechnungen. Die wenigsten Gewerbeabrechnungen sind zu hundert Prozent korrekt. Abgesehen von kalkulatorischen Fehlern werden in vielen Fällen fälschlicherweise Positionen auf das Gewerbe umgelegt, die nicht oder nur unbestimmt im Mietvertrag vereinbart worden sind oder deren Umlagefähigkeit aufgrund von aktueller Rechtsprechung sogar gänzlich für obsolet erklärt worden ist. Apotheken sollten sich daher die Zeit nehmen, ihre Nebenkostenabrechnungen genauestens unter die Lupe zu nehmen. Nur so können sie Widerspruch einlegen, dem Vermieter potenzielle Fehlberechnungen aufzeigen und hohe Summen sparen. Bei Bedarf stehen Mietrechtsexperten wie Mineko zur Seite, um unabhängige Prüfungen durchzuführen.”

Zahlreiche namhafte Kooperationspartner beanspruchen jährlich die Mineko Prüfung der Nebenkostenabrechnung.