Zähler und Heizkostenabrechnung

Fallende Gaspreise kommen kaum an beim Kunden

Viele Mieter wundern sich bei hohen Nebenkostenabrechnungen über die eine Steigerung der Kosten, obwohl oftmals von fallenden Preisen für Gas und andere Brennstoffe in den Medien berichtet wird. Mit Erdgas wird in Deutschland knapp die Hälfte der Privathaushalte versorgt. Zur Entwicklung der Gaspreise auf Seiten der Energieversorger sowie der Nutzer erschien vor kurzem eine Studie, welche im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen erstellt worden ist. Deren Ergebnisse sowie die Prognosen für die weiteren Entwicklungen werden wir im Folgenden vorstellen.

Preisentwicklung für Gas

Auf dem internationalen Markt befinden sich die Preise für Gas seit Jahren im Fall. Seit 2014 sind die Preise in Europa um etwa ein Drittel gesunken im Vergleich zum Jahr 2012. Dies liegt unter anderem in der Förderung mittels Fracking durch die USA und dem Überangebot, das auf dem Weltmarkt vorherrscht, begründet. Die Kosten der deutschen Gasimporte weisen einen Rückgang von knapp einem Cent pro Kilowattstunde aus. Für eine Auswertung wurden die Margen zwischen Haushaltstarif und Importpreis aus den Jahren 2014 und 2015 verglichen. Dieser Vergleich zeigt einen Anstieg der Margen an. Die Kosten sind um zirka zehn Prozent zurückgegangen auf Seiten der Energieversoger. Laut der oben erwähnt Studie wirken sich die niedrigen Preise jedoch nicht bis zum Endverbraucher aus. Oftmals profitieren die Nutzer nicht von dieser Entwicklung. Aufgrund des Umstands, dass die Haushaltstarife nicht an die Preisentwicklung angepasst werden, ergeben sich Mehreinnahmen von 1,3 Milliarden Euro für die deutsche Gaswirtschaft. Doch nicht nur Privatkunden sind betroffen, auch Industriekunden bekommen die Preissenkungen nicht zu spüren. Die durchschnittlichen Preise lagen für die Industriekunden 2014/2015 nur um 4,3 Prozent niedriger als im Jahr 2012, während die Importpreise einen Rückgang von 27,3 Prozent verzeichneten. Die Energie- und Wasserwirtschaft begründet dieses Vorgehen damit, dass der Preis für die Endkunden von mehr Faktoren als den Beschaffungskosten abhänge. Auch Netzentgelte und Steuern spielen bei der Preisgestaltung eine Rolle.

Rückblick 2014 und Ausblick 2016

Bereits im Jahr 2014 hätten die Endverbraucher von Preissenkungen profitieren müssen, heißt es in der Studie. Tatsächlich veränderte sich der durchschnittliche Tarif kaum und lag 2014 bei 6,52 Cent pro Kilowattstunde. Den Autoren der Studie zufolge müsste dieser Wert mittlerweile bei 5,72 Cent liegen, aktuell beträgt er jedoch 6,38 Cent für die Kilowattstunde. Für 2016 haben mehrere Versorger nun größere Tarifsenkungen angekündigt. Die Zahlen reichen allerdings je nach Quelle von etwa 150 Energieversorgern, die teilweise ihre Preise um 15 Prozent reduzieren möchten, zu 22 Versorgungsunternehmen und einer durchschnittlichen Reduktion um 4,6 Prozent.