Energiewende

Energiewende lässt Nebenkosten steigen

Ein Thema das derzeit viele Mieter und Vermieter beschäftigt ist die Energiewende. Im Zuge jener will die Bundesregierung die Sanierung vieler Millionen Gebäude auf einen energetisch zeitgemäßen stand vorantreiben. Die Kosten welchen Vermieter für die Dämmung bzw. die Anpassung der Gebäudestandards an die energiepolitischen Vorgaben entstehen, können jene mit bis zu 11% auf die Mieter umlegen. Doch damit nicht genug. Vor allem Preise für Wärme und Strom sind gestiegen, was sich stark auf die Kostenbelastung der Mieter auswirkt.

Mieter bezahlen die Energiewende mit

Obwohl die Kaltmieten deutschlandweit in letzter zeit nur geringfügig gestiegen sind, hat die Mehrbelastung der Mieter trotzdem stark zugenommen. Das liegt vor allem an den gestiegenen Preisen für Wärme und Strom.

Durch den verstärkten Einsatz von Fernwärme steigen die Heizkosten für Mieter an. Durch die verbesserte Dämmung eines Gebäudes sparen Mieter zwar wiederum Nebenkosten jedoch decken diese meist nicht die höhere Belastung des Mieters ab. Denn neben den Kosten welche der Vermieter im Zuge der Sanierung auf sie umlegt steigen auch die Kosten für Wärme an.

Aufgrund des Umstiegs auf erneuerbare Energien schießen auch die Stromkosten in die Höhe. Viele Mieter zahlen mittlerweile mehr für Strom als für ihre Heizung. Die Bundesregierung will sich möglichst schnell von Kohle- und Atomkraftwerken trennen und dafür auf nachhaltigere bzw. erneuerbare Energien setzen. Die Kosten hierfür tragen zu einem großen Teil die Mieter mit. Große Industriekonzerne werden dabei regelmäßig komplett von den Stromkosten befreit um sie langfristig im Land zu halten. Davon ganz abgesehen sind auch viele Dämmungskonzepte noch unausgereift, so dass auch hier sehr viel Energie zur Herstellung benötigt wird. Des Weiteren haben viele Dämmungskonzepte nur eine Lebensdauer von ca. 30 Jahren. Danach muss der Vermieter sie wieder für viel Geld erneuern. Ebenso ist die Herstellung von Solarzellen mit einem sehr hohen Energieeinsatz verbunden.

Die Energiewende hat Folgen

Eine mittelfristige Folge der Energiewende könnte sich darin bemerkbar machen, dass besonders Haushalte mit einem niedrigen Einkommen sich wohnen in den Innenstädten nicht mehr leisten können. Jene werden verstärkt dazu gezwungen sein an den Stadtrand zu ziehen, um gestiegene Nebenkosten durch niedrigere Kosten bei der Kaltmiete auszugleichen.

Aber auch für Hausbesitzer bzw. Vermieter hat die Energiewende Folgen, denn nicht alle Kosten lassen sich auf Mieter umlegen. Zwar können sie für Umbauarbeiten zur Dämmung oder Modernisierung ihres Hauses sowohl Zuschüsse als auch Steuererleichterungen von der Bundesregierung erwarten, für einen Großteil der Kosten müssen sie jedoch selbst aufkommen. Gerade in ländlichen Regionen, in welchen die Mieten tendenziell niedriger als in den Städten sind, können sich solche Instandhaltungsarbeiten für den Vermieter sehr negativ auswirken. Denn falls Mieter eine Mieterhöhung nicht akzeptieren und ausziehen, bleibt der Vermieter unter Umständen allein auf seinen Kosten sitzen.

Auch wenn eine nachträgliche Dämmung eines alten Hauses oft nicht wirtschaftlich ist, so ist es gerade bei Neubauten oft mit verhältnismäßig geringem Aufwand möglich energiesparende Konzepte umzusetzen. Mieter und Vermieter sollten probieren im Dialog darüber zu entscheiden in welcher Form ein nachhaltigeres Energiekonzept umgesetzt werden kann. Ein Austausch von Fenstern beispielsweise, kann mit verhältnismäßig niedrigen Investitionskosten eine sofortige Ersparnis für Mieter bedeuten, sowie eine nachhaltige Wertsteigerung der Immobilie für den Vermieter.