Betriebskostenabrechnung mit Kuli

Betriebskostenspiegel 2015

Da die Nebenkosten einen erheblichen Anteil an der Gesamtmiete ausmachen, werden sie mitunter auch als zweite Miete bezeichnet. Vor allem die sogenannten warmen Betriebskosten für Heizung und Warmwasser fallen hierbei ins Gewicht. Um Mietern und auch Vermietern eine Orientierung zu geben, erstellt der Deutsche Mieterbund jährlich den Betriebskostenspiegel, welcher die durchschnittlichen Nebenkosten in Deutschland erfasst. Vor kurzem wurde nun der aktuelle Betriebskostenspiegel für 2015 vorgestellt, wobei es sich um den insgesamt neunten handelt.

Die Datengrundlage

Die Zahlen des aktuellen Betriebskostenspiegels beziehen sich auf das Abrechnungsjahr 2013 und werden in Preis pro Quadratmeter pro Monat angegeben. Dafür wurden tausende Nebenkostenabrechnungen aus dem gesamten Bundesgebiet ausgewertet mit dem Ziel, so möglichst repräsentative Angaben machen zu können. Die dabei berücksichtigte Wohnfläche betrug beinahe 13 Millionen Quadratmeter. Daneben wurden auch regionale Unterschiede berücksichtigt, die sich vor allem im Vergleich der östlichen mit den westlichen Bundesländern ergeben.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Nebenkosten?

Den aktuellen Zahlen zufolge zahlten Mieter 2013 in Deutschland durchschnittlich 2,19 € pro Quadratmeter pro Monat für Betriebskosten. Hierbei sind jedoch nur die gängigsten Nebenkostenarten erfasst. Bezieht man alle Betriebskostenarten, die ein Vermieter theoretisch umlegen darf, mit in die Rechnung ein, so liegen die durchschnittlichen monatlichen Kosten bei 3,26 € pro Quadratmeter. Aufgrund der mitunter gravierenden Differenzen zwischen einigen Regionen wurden im Betriebskostenspiegel 2015 erneut gesonderte Zahlen für den Osten und den Westen des Bundesgebiets ermittelt. So betragen die durchschnittlichen Nebenkosten in den westlichen Bundesländern 2,17 € pro Quadratmeter und Monat und 2,28 € in den östlichen Bundesländern. Dieser Unterschied resultiert aus den vergleichsweise hohen Heiz- und Warmwasserkosten im Osten, wogegen manche Positionen der kalten Betriebskosten wie Grundsteuer oder Versicherungen in den westlichen Regionen überdurchschnittlich teuer sind.

Betrachtet man die Entwicklung der Kosten, so lässt sich feststellen, dass vor allem bei den warmen Betriebskosten ein Anstieg zu verzeichnen ist. Das führt der Deutsche Mieterbund auf einen kalten Winter und einen dementsprechend höheren Energieverbrauch zurück. Bei den Heizkosten wurden zum zweiten Mal die Energieträgerarten unterschieden. So stiegen die Kosten für Fernwärme und Gas im Jahr 2013 an, während beim Ölpreis ein Rückgang verzeichnet werden konnte, welcher sich bisher allerdings nicht in den durchschnittlichen Betriebskosten niederschlägt. Insgesamt entfallen im Durchschnitt 69 Prozent aller gezahlten Betriebskosten auf die Heizkosten und Kosten für Warmwasser.

Bewertung und Ausblick

Zirka ein Viertel der gesamten Miete fällt für die Zahlung der Nebenkosten an. Laut den aktuellen Zahlen des Betriebskostenspiegels 2015 ist die Entwicklung der durchschnittlichen Betriebskosten stabil. Im Hinblick auf den Trend für den Abrechnungszeitraum 2014 geht der Deutsche Mieterbund ebenfalls von einer positiven Entwicklung aus, sodass Mieter sogar mit Rückzahlungen rechnen können. Inwieweit sich diese Prognose bestätigt, bleibt jedoch abzuwarten. Gegenstimmen sind der Meinung, dass der Mieterbund damit falsche Hoffnungen wecke. Wer Zweifel an der Richtigkeit seiner Nebenkostenabrechnung hegt, kann diese auch bei MINEKO prüfen lassen und so feststellen lassen, ob die gestellten Forderungen berechtigt sind.