Besuchsrecht – Regeln für Mieter und Vermieter

Wie oft darf ein Mieter Besuch empfangen? Wie lange darf dieser verweilen? Darf der Vermieter einschreiten, wenn er mit den Besuchern nicht einverstanden ist und von seinem Hausrecht Gebrauch machen? Gilt es als Untermietverhältnis, wenn der Besuch mehrere Wochen in der Wohnung bleibt? All diese Fragen zum Thema Besuchsrecht werden zwar nicht durch explizit gesetzliche Regelungen  beantwortet. Dennoch lassen sich aus dem vertragsmäßigen Gebrauch der Mietsache und der Rechtsprechung einige Richtlinien ableiten, an denen sich sowohl Mieter als auch Vermieter orientieren können.

Was beim Besuchsrecht zu beachten ist

Grundsätzlich darf jeder Mieter von jedem Besuch zu jeder Zeit empfangen. Die Häufigkeit und Verweildauer steht hierbei jedem frei. Der Vermieter hat kaum eine Möglichkeit, dies zu unterbinden. Entsprechende Klauseln, die zum Beispiel ein Besuchsverbot nach 22 Uhr aussprechen, sind unwirksam. Er darf auch kein Hausverbot erteilen, sollte ihm ein Besucher nicht passen. Der Gebrauch seines Hausrechts gilt nur für Zuwege und das Treppenhaus. Innerhalb der Wohnung hat der Mieter Hausrecht und darf entscheiden, wer die Wohnung betreten darf.
Der Besuch darf in der betreffenden Wohnung übernachten. Auch ein Schlüssel darf ihm durch den Mieter ausgehändigt werden. Sollte der Mieter sich nicht in der Wohnung befinden, darf der Besuch auch während dessen Abwesenheit dort verweilen. Ebenso kann er Hunde mitbringen, selbst wenn im Haus ein Verbot bezüglich der Hundehaltung besteht.

Ausnahmen

Wie bei jeder Regel gelten auch für das Besuchsrecht einige Ausnahmen, die dem Vermieter die Möglichkeit geben, bei schwerwiegenden Beeinträchtigung etwas gegen den Besuch zu unternehmen. So muss sich der Besucher ebenso wie sämtliche Mieter an die geltende Hausordnung halten. Wird der Hausfrieden gestört, kann der Vermieter die Unterlassung dieser fordern und im Zweifelsfall Hausverbot erteilen. Dazu ist er ebenso berechtigt, wenn zum Beispiel in der Wohnung Treffen von kriminellen Vereinigungen oder verbotenen Parteien stattfinden. Entstehen durch das Verhalten des Besuchers Schäden an der Wohnung, so haftet der Mieter dafür. Das bedeutet, dass er Schadenersatz zahlen muss. Bei besonders schweren Beeinträchtigungen kann der Vermieter dem Mieter sogar eine Kündigung aussprechen.

Eine weitere Ausnahme besteht in der Dauer. Wenn ein Besucher länger als sechs Wochen in der Wohnung lebt, könnte der Verdacht im Raum stehen, dass aus dem Besuch möglicherweise ein Untermietverhältnis hervorgegangen ist. Dieses bedarf der unter Umständen der Erlaubnis des Vermieters. Ist die Wohnung durch einen mehrwöchigen Besuch überbelegt, hat dieser ebenfalls ein Mitspracherecht. Hinweise auf einen längerfristigen Verbleib sind eine Ummeldung des Besuchers und das Anbringen des Namens am Klingelschild bzw. am Briefkasten.