Aufzugskosten in der Nebenkostenabrechnung

Gerade bei Umzügen oder großen Einkäufen ist er ein Retter in der Not: Der Aufzug. Doch das Thema birgt auch große Missverständnisse. Denn die Gesetzgebung sagt: Die Kosten für einen Aufzug sind von allen Mietern zu tragen, auch von jenen, die im Erdgeschoss wohnen und den Aufzug selten bis gar nicht benutzen. „Unfair!“, finden manche Erdgeschoss-Bewohner.

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Aufzüge gehen stark ins Geld

Aufzüge sind eine tolle Sache. Doch spätestens beim Blick in die Nebenkostenabrechnung erschrecken manche Mieter. Denn ein Aufzug ist ein sehr wartungsintensiver Teil des Hauses.

Nicht nur die täglichen Aufwendungen des Aufzugs wie Bedienung und Pflege schlagen zu Buche, auch Wartungsarbeiten und Reparaturkosten können einige Summen anhäufen.

Ebenso ist die Rufbereitschaft der Fahrstuhlbetreiber und die Überwachung des Aufzugs ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Sollte man einmal stecken bleiben, möchte man natürlich Hilfe empfangen. Das kostet jedoch regelmäßig Geld.

Sind Aufzugskosten umlagefähig?

Spätestens bei dieser Frage mag man kurz die guten Dienste vergessen, die der Aufzug einem leistet, denn die Aufzugskosten sind tatsächlich umlagefähig.

Das bedeutet, der Vermieter darf die Kosten für den Aufzug anteilig auf die Mieter verteilen. Doch dabei gilt es streng zu unterscheiden zwischen den laufenden Betriebskosten des Aufzugs und den einmaligen Instandhaltungskosten.

Erstere sind besagte Kosten für den laufenden Fahrstuhlbetrieb und dessen Wartung. Diese können in der Nebenkostenabrechnung erfasst werden, bedeutet die Mieter des Objektes zahlen den Aufzug.

Ein kleiner Trost für finanziell sorgsame Mieter: Die einmaligen Instandhaltungskosten wie der Kauf von Ersatzteilen sind nicht umlagefähig. Beispiel: Springt der Spiegel im Aufzug, müssen die Mieter nicht für einen neuen aufkommen, weil der Austausch des Spiegels unter „einmalige Instandhaltungskosten“ fällt.

Umlage von Aufzugskosten in Nebenkosten

Kostenbeteiligung auch für Mieter im Erdgeschoss?

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Umlage der laufenden Kosten eines Aufzugs auf die Erdgeschossmieter. Bewohnt man in einem Mietshaus die unterste Etage und nutzt den Aufzug nahezu nie, besteht ein berechtigter Einwand.

„Warum für etwas zahlen, was man nicht benutzt?“

Auch hier gibt der Bundesgerichtshof ein klares Statement: Erdgeschossmieter müssen einen Blick in ihren Mietvertrag werfen. Sollte dort eine Vereinbarung bestehen, welche die Umlage der Aufzugskosten vorsieht, so ist daran nicht zu rütteln.

Die Möglichkeit der Nutzung allein ist dort maßgeblich, nicht die reelle Nutzung!

Ausnahme Notfall und Notrufeinrichtung

Die eingangs erwähnten einmaligen, nicht umlagefähigen Aufzugskosten schließen einen Fall aus: Sollte man sich in der Notlage befinden im Aufzug stecken zu bleiben und daraus befreit werden zu müssen, so sind diese Kosten (obwohl einmalig) trotzdem auf die Mieter umlegbar.

Gleiches gilt für einen eingerichteten Notruf. Auch diese Beträge kann der Vermieter in den Nebenkosten unterbringen.

Allein die eine Kostenposition Aufzugskosten beinhaltet also viele Spitzfindigkeiten, die auch für graue Haare bei den Vermietern während der Erstellung der Nebenkostenabrechnung sorgen.

Eine Prüfung der Nebenkosten kann Aufschluss geben, ob die Betriebskosten auch formell ordnungsgemäß umgelegt wurden.