Aufzugskosten in den Nebenkosten

Der Aufzug – logistischer Heiland und Nebenkostengarant

Ein jeder hat ihn schon einmal durchlebt – den Umzug. Man packt und organisiert, rümpelt und rüstet, fährt und schleppt. Wohl dem, der einen Aufzug in seinem alten und neuen Mietshaus vorfindet.

Auch der noch so spitzfindige Umzugsorganisator wird in der großen, gefühlt tonnenschweren Eckcouch oder der klobigen Waschmaschine seinen Meister finden, wenn ihm zum vertikalen Transport kein Fahrstuhl, sondern nur die Treppe zur Verfügung steht.

Ausgenommen Bewohner der Erdgeschosse, die solche Strapazen wohl nur entfernt nachfühlen können. In der Alltagsbewältigung verrichtet der Aufzug ebenfalls gute Dienste, hievt er uns nahezu federleicht mitsamt schwerer Einkaufstaschen in den obersten Stock oder erspart uns nach schwerem Arbeitstag die beschwerlichen Treppenstufen.

Der fade Beigeschmack des Aufzugs

Aufzugskosten in den NebenkostenDer Aufzug samt seinen treuen Diensten schmeckt aber nicht jedem Mieter.

Spätestens beim Blick in die Nebenkostenabrechnung.

Unsanft aufstoßen mag dem einen oder anderen Bewohner, wenn der Fahrstuhl durch regelmäßigen Betrieb ebenso regelmäßig Kosten aufwirft.

Nicht nur die täglichen Aufwendungen des Aufzugs, wie Bedienung und Pflege, schlagen zu Buche, auch Wartungsarbeiten und Reparaturkosten können einige Summen anhäufen.

Ebenso ist die Rufbereitschaft der Fahrstuhlbetreiber und die Überwachung des Aufzugs ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor.

 

Sind Aufzugskosten umlagefähig?Umlage von Aufzugskosten in Nebenkosten

Spätestens bei dieser Frage mag man kurz die guten Dienste vergessen, die der Aufzug einem leistet, denn die Aufzugskosten sind tatsächlich umlagefähig.

Vor dem geistigen Auge wird man nun abwägen, ob der logistische Luxus des Fahrstuhls das Erleichtern des eigenen Kontos aufwiegt. Zunächst aber muss man unterscheiden zwischen den laufenden Betriebskosten und den einmaligen Instandhaltungskosten.

Erstere sind besagte Kosten für den laufenden Fahrstuhlbetrieb und dessen Wartung und können in der Nebenkostenabrechnung erfasst werden.

Ein kleiner Trost für finanziell sorgsame Mieter: Die einmaligen Instandhaltungskosten, wie der Kauf von Ersatzteilen, sind nicht umlagefähig.

Kostenbeteiligung auch für Mieter im Erdgeschoss?

Ein interessanter Aspekt ist die Umlage der laufenden Kosten auf die Erdgeschossmieter. Bewohnt man in einem Mietshaus die unterste Etage und nutzt den Aufzug nahezu nie, besteht ein berechtigter Einwand.

Warum für etwas zahlen, was man nicht gebraucht?

Auch hier gibt der Bundesgerichtshof ein klares Statement: Erdgeschossmieter müssen einen Blick in ihren Mietvertrag werfen. Sollte dort eine Vereinbarung bestehen, welche die Umlage der Aufzugskosten vorsieht, so ist daran nicht zu rütteln.

Die Möglichkeit der Nutzung allein ist dort maßgeblich, nicht die reelle Nutzung.

Ausnahme Notfall und Notrufeinrichtung

Die eingangs erwähnten einmaligen, nicht umlagefähigen Aufzugskosten schließen einen Fall aus: Sollte man sich in der Notlage befinden im Aufzug stecken zu bleiben und daraus befreit werden zu müssen, so sind diese Kosten (obwohl einmalig) trotzdem auf die Mieter umlegbar.

Gleiches gilt für einen eingerichteten Notruf. Auch diese Beträge kann der Vermieter in den Nebenkosten unterbringen.

Allein die eine Kostenposition Aufzugskosten beinhaltet also viele Spitzfindigkeiten, die auch für graue Haare bei den Vermietern während der Erstellung der Nebenkostenabrechnung sorgen.

Eine Prüfung der Nebenkosten kann Aufschluss geben, ob die Betriebskosten auch formell ordnungsgemäß umgelegt wurden.